Ein Zehnjähriger erobert die Tischtennis-Welt

Wo „Fegerl“ draufsteht, ist Ballgefühl drin. Stefan Fegerl war nicht nur jahrelang Österreichs Nummer eins, er wurde Europameister, Champions League-Sieger und nahm an Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen teil. Sein Sohn Louis könnte die familieninterne Erfolgsgeschichte nun weiterschreiben.„Eigentlich war nicht geplant, dass er mit dieser Geschichte überhaupt beginnt“, gibt der 35-jährige Ex-Profi im Gespräch mit noe.ORF.at zu. „Jetzt sind wir aber an einem Punkt angelangt, wo er das schon professioneller betreibt als vor ein paar Jahren. Von daher versuche ich ihn so gut es geht zu unterstützen“, so Fegerl.

Nummer eins der U11-WeltranglisteDie Liebe zum Tischtennis bekam Louis praktisch in die Wiege gelegt. Nicht nur sein Vater Stefan, auch seine Mutter Li Qiangbing war früher Profi und spielte für Österreich. Kein Wunder also, dass Louis schon als Zweijähriger seinen ersten Schläger in der Hand hielt. Heute, knapp neun Jahre später, steht er nach vier Siegen bei stark besetzten internationalen Turnieren an der Spitze der U11-Weltrangliste.„Ich mag, dass man sich viel bewegen und den Ball hin- und herspielen kann“, sagt Louis auf die Frage, was ihm am Tischtennis so großen Spaß macht. Trotz seines jungen Alters weiß er genau, was es braucht, um eines Tages ganz nach oben zu kommen. „Gute Nerven, Selbstvertrauen und hartes Training“.

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Stefan Fegerl ist für Sohn Louis (10) nicht nur Vater, sondern auch Trainer, Förderer und VorbildKampfgeist und DurchhaltevermögenGemeinsam mit seinen Eltern trainiert Louis jeden Tag in Wiener Neudorf (Bezirk Mödling). Trotz des großen Pensums kommt die Schule nicht zu kurz. „Ich habe bis jetzt nur Einser geschrieben, außer bei einer Schularbeit in der vierten Klasse. Da habe ich einen Zweier gehabt“, ist Louis stolz.Ob in der Schule oder mit dem Schläger – Louis gibt immer alles. Das beeindruckt auch den Vater. „Er hat extremes Talent, was seine Einstellung, seinen Kampfgeist und sein Durchhaltevermögen betrifft.“ Zurückhaltend wird Stefan Fegerl allerdings bei der Frage, ob der Sohn eines Tages in die Fußstapfen des Vaters treten soll.

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Sieben Mal pro Woche stehen Stefan und Louis Fegerl gemeinsam an der TischtennisplatteOlympische Spiele als großes Ziel„Wenn man selbst Profi war und weiß, wie steinig der Weg ist, ist man als Vater hin- und hergerissen. Aber wenn der Bub es gerne macht, dann unterstützt man ihn natürlich.“ Noch hat Fegerl keine Probleme seinen Sohn an der Platte zu bezwingen. Er hofft allerdings, dass es nicht mehr lange bis zu seiner ersten Niederlage dauert. „Dann wüssten wir, dass er auf dem richtigen Weg ist“, lacht Fegerl.Seine ersten Ziele hat Louis bereits – und er hat sie nicht gerade niedrig angesetzt. „Ich will an Olympischen Spielen teilnehmen und dort vielleicht ein paar Matches gewinnen“, ist der Zehnjährige ehrgeizig. Der Papa hätte nichts dagegen. „Das wäre natürlich schön. Wenn er das erreicht, können wir alle zusammen stolz sein, dass wir vieles richtig gemacht haben.“

Gernot Jahn
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Ich bin Jahn Gernot, ein Reise- und Abenteuerliebhaber. Ich liebe es, verschiedene Kulturen und Länder auf der ganzen Welt zu entdecken. Außerdem bin ich ein Tierliebhaber, der gerne Zeit damit verbringt, sie zu beobachten und zu beschützen. Ich verbringe viel Zeit damit, neue Dinge zu lernen und teile mein Wissen gerne mit meinen Mitmenschen.

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