Einst überflutete Weine als Überraschung

Landwirtschaft: Ein schweres Hochwasser im Jahr 2013 in der Gemeinde Dürnstein (Bezirk Krems) hat die Hinweisschilder vieler Weinjahrgänge eines Winzerhofes ruiniert. Der Jungwinzer macht nun aus der Not eine Tugend und verkauft die Jahrgänge als „Überraschungsweine“.

12.12.2023 18.43Online seit heute, 18.43 UhrAuf den Weinflaschen, die der Winzerhof verkauft, klebt jetzt noch teilweise der Donauschlamm jenes großen Hochwassers, das die Familie im Jahr 2013 heimsucht. Unter- und Oberloiben als Teil der Gemeinde Dürnstein wurden damals überschwemmt, darunter auch der Weinkeller der Familie Brustbauer. Es war eines der vielen Hochwasser, das die Region heimgesucht hat in den Jahren zwischen 2002 und 2013.Das Donauwasser hat den Sand in den Weinkeller gedrückt und die Beschriftungen der Hinweisschilder der einzelnen Weinjahrgänge ruiniert. „Damals war der Keller bis oben hin mit Wasser gefüllt“, erzählt Jungwinzer Maximilian Brustbauer. Der Hof und das Weingut seien für mehrere Tage unter Wasser gestanden.Weine sind noch immer gutDie Eltern des Winzers, die damals den Betrieb führten, haben manche Jahrgänge mit Blechplatten und Karton ausgeschildert. Verkommen seien nach dem Hochwasser nur viele der beschreibenden Schilder, nicht aber die Weine selbst, so Brustbauer.Daraus ist auch die Idee entstanden, die Weine, von denen der Jahrgang und die Sorte nicht eruierbar sind, poetisch als „verkommene“ Weine zu verkaufen. Es sind Weine ohne Etikette, deren Inhalt nicht weniger wertvoll sein soll. Neben dem Verkauf von historischen Weinen produziert das Weingut aber auch Jahrgänge ab 2022.

ORF: Der Weinkeller, in dem der Jungwinzer Maximilian Brustbauer steht, ist durch das Hochwasser komplett überschwemmt wordenAnhänger statt EtikettZu einer Weinflasche, die in den Verkauf gelangt, gehört per Gesetz verpflichtend mindestens ein Etikett. Auf diesem soll Rebsorte, Winzer, Menge, Prüfnummer und Alkoholgehalt verzeichnet sein können. Maximilian Brustbauer kennt natürlich diese Vorschriften.Nach seinen Angaben genügt es, wenn er auf dem Anhänger „Wein aus Österreich“ als Herkunftsbezeichnung stehen. Da er weiß, dass ausschließlich Smaragd-Jahrgänge aufgehoben wurden, lässt sich auch der Alkoholgehalt noch rekonstruieren, nämlich rund 13 Prozent. Die Füllmenge und Herkunft sind klar, also erfülle es die gesetzlichen Bestimmungen, wenn diese Hinweise auf dem Anhänger seiner „verkommenen Weine“ angegeben sind.

Gernot Jahn
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Ich bin Jahn Gernot, ein Reise- und Abenteuerliebhaber. Ich liebe es, verschiedene Kulturen und Länder auf der ganzen Welt zu entdecken. Außerdem bin ich ein Tierliebhaber, der gerne Zeit damit verbringt, sie zu beobachten und zu beschützen. Ich verbringe viel Zeit damit, neue Dinge zu lernen und teile mein Wissen gerne mit meinen Mitmenschen.

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